Die Grenzen zwischen der vom Menschen ausgeführten Übersetzung und Übersetzungshilfe-Tools

1. Teil

Der Bereich der Übersetzung ist heutzutage in ständiger Entwicklung, vor allem im Hinblick auf Übersetzungs-Software und computergestützte Übersetzungshilfen, aus dem Englischen als CAT-Tools bekannt, mit zunehmend effizienteren Instrumenten. Das Ziel dieses Artikels besteht nicht darin, diese Software oder computergestützten Übersetzungstechniken aufzuzählen, sondern sich vielmehr für den Anteil zu interessieren, den die computergestützte Übersetzung in einer zielgerichteten Serviceleistung durch einen qualifizierten Übersetzer einnehmen sollte.

Eine Philosophie, deren Namen ich vergessen habe, besagt:

«Wer die Information besitzt, dem gehört die Welt.» Diese Maxime war in der gesamten Menschheitsgeschichte wahrscheinlich nie so zutreffend wie heute.

Sprachen sind unser Hauptwerkzeug, um Informationen zu speichern und zu übermitteln. Wir können somit sagen, dass derjenige, der die Sprache beherrscht, die Welt regiert.

Mehrere Jahre sind erforderlich, um eine Fremdsprache zumindest mit Basisniveau zu erlernen.

Was können Sie nun aber tun, wenn Sie etwas schnell von einer unbekannten Sprache in Ihre Muttersprache übersetzen müssen?

Vor gar nicht langer Zeit bot sich uns nur eine Lösung an: den Dienst eines professionellen Übersetzers oder Dolmetschers in Anspruch zu nehmen.

Reicht das aber heute noch aus? Damit wir eine flexible Antwort auf die täglichen Bedürfnisse in den Bereichen Handel und Kommunikation auf weltweiter Ebene erhalten, müssen wir uns der Automatisierung zuwenden und Software als Übersetzungshilfe einsetzen.

Es gibt momentan Hunderte von Übersetzungsprogrammen, die sich an verschiedene Nutzerkategorien richten, unabhängig ob Sie Freelancer, multinationale Konzerne oder kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind, die sich auf diesen Tätigkeitsbereich spezialisiert haben. In zahlreichen Ländern wird die Entwicklung von CAT-Tools durch öffentliche Finanzierung unter Schirmherrschaft von Regierungsdiensten vorangetrieben.

Einige internationale Unternehmen sind sogar so weit gegangen, dass sie ihre eigenen Übersetzungssysteme entwickelt haben, die sich einem bestimmten Wissensbereich anpassen und ihre gesamten übersetzten Dokumente speichern.

Aber wie wählen wir nun die am besten auf einen präzisen Fall abgestimmte Übersetzungsart? Welche Vorteile hat jeder Ansatz?

Ist es möglich, die von menschlichen Übersetzern angefertigten Übersetzungen mit den von einem Informatikprogramm erhaltenen Übersetzungen zu vergleichen?

Die Vorteile der computergestützten Übersetzung sind unbestreitbar:

  • Die Schnelligkeit
  • Die Zugänglichkeit
  • Die Kosten
  • Der universale Charakter

In diesem Teil setzen wir uns mit dem Vorteil der Geschwindigkeit auseinander. In einem zukünftigen Artikel konzentrieren wir uns auf die Zugänglichkeit und die Kosten. Ein Computer benötigt zur Übersetzung einer Textseite wenige Sekunden oder mehrere Stunden für ein Buch mit 350 Seiten. Der schnellste menschliche Übersetzer würde zur Bewerkstelligung derselben Arbeitsmenge mindestens einen Monat benötigen.

Seit der Einführung von computergestützten Übersetzungshilfen haben Übersetzungsagenturen sehr leistungsfähige Tools erworben, sowohl im Bereich von Terminologiedatenbanken als auch im Bereich der Speicherkapazität von übersetzten Texten. Letztere haben die Fähigkeit, Texte zu speichern, die aus Sätzen oder Paragrafen bestehen, bei denen gut unterscheidbare Segmente die Ausgangssprache (Quellsprache) von der Zielsprache trennen und so die Aneinanderreihung der Sätze bei der Übersetzung, aber auch beim damit einhergehenden Lektorat oder einer Stilbearbeitung erleichtern.

Dank des Einsatzes eines Übersetzungsspeichers wird die Ausgangsversion der Übersetzung aufbewahrt, sodass der Übersetzer sie bei seinen zukünftigen Mandaten wiederverwenden kann. Das erleichtert erheblich die Arbeit aller Textarten wie bei Aktivitätsberichten, industriellen Handbüchern, Verträgen, Gesetzesvorlagen. Darüber hinaus schlägt ihm die jedem Aktivitätsbereich eigene Terminologiedatenbank eine Auswahl spezifischer Wörter bei seinem Arbeitsverlauf vor.

Wenn die Projekte eines Übersetzers dieselbe Art von Sätzen oder Ausdrücken enthalten, ermöglicht ein Übersetzungsspeicher, die Schnelligkeit der Übersetzung erheblich zu beschleunigen. Allerdings muss der Übersetzer auf jedes Detail achten und überprüfen, ob das Einfügen einer Änderung des Originaltexts keine Negativauswirkungen auf den Zieltext hat. Der auf einen bestimmten Tätigkeitsbereich spezialisierte Übersetzer erwirbt im Laufe der Jahre die dafür notwendige Wachsamkeit.

Im Gegensatz dazu ist eine Terminologiedatenbank eine Datenbank mit Suchoptionen, die eine Liste mehrsprachiger Begriffe enthält, die im Laufe des Arbeitsvorgangs des Übersetzers angezeigt werden. Diese werden im Voraus parametriert und stellen häufig einen wichtigen Bestandteil der Unternehmensphilosophie dar. Um meine Erörterungen klarer zu machen hier ein Beispiel: Ein Übersetzer, der sich auf den Lebensmittelbereich spezialisiert, erstellt jeweils eine andere Terminologiedatenbank, je nachdem ob sein Kunde Migros oder eine Kooperative ist. Sie ist generell ein fester Bestandteil der Software und beinhaltet Übersetzungsspeicher. Es handelt sich um einen Motor mit einer unbestreitbaren Schnelligkeit, durch die simple Tatsache, dass die Begriffe automatisch vorgeschlagen werden und der Übersetzer nur seine Wahl zu treffen hat. Dennoch muss er auf die richtige Wahl, einen guten Stil und die Lokalisierung des Kunden oder der Person achten, an die sich die Übersetzung richtet.

Die Fortschritte in der Entwicklung von Software als Übersetzungshilfen sind unbestreitbar und haben die Beschleunigung in der Entwicklung der internationalen Kommunikation ermöglicht. Wir bleiben aber davon überzeugt, dass die Übersetzung eines Textes nie ganz auf einen professionellen Übesetzer verzichten werden kann, der sich auf einen bestimmten Bereich spezialisiert hat.

Philippe Golay

Quellen: Zeitschriften « Traduire » « jlv traductions »